Yukio Mishima
Das Life Magazin nannte ihn "den japanischen Hemingway"; Yasunari Kawabata, der erste japanische Schriftsteller, der den Literatur-Nobelpreis gewann, sagte über ihn: "Ein Autor seines Ranges erscheint nur alle 200 oder 300 Jahre".

Bereits in der Schule schreibt Mishima erste Beiträge für die Schülerzeitung, in der Oberschule patriotische Gedichte. Während seiner Jugend ist er besessen von homosexuellen und sadomasochistischen Fantasien. Er erträumt sich ein Mordteater, in dem "junge römische Gladiatoren ihr Leben für mein Vergnügen liessen".

Das Pseudonym Yukio Mishima nimmt der als Kimitake Hiraoke am 14.01.1925 geborene Autor 1941 nach der Veröffentlichung seines ersten Werkes Hanazakari No Mori (Der Wald in voller Blüte) an. Es ist eine Anspielung auf drei Inseln, von denen man einen besonders guten Blick auf den Fujiyama hat (Mishima = drei Inseln, Yukio von Yuki = Schnee).
1948 entsteht Kamen No Kokuhaku (Geständnis einer Maske), ein autobiographischer Roman über Jugendliche seiner Zeit, in dem Mishima seine Jugendphantasien niederschreibt.

Sein erstes Theaterstück Kataku (Feuerwache), entsteht 1949, Sado Kushago Fujin (Madame De Sade) 1965.

Im Verlauf seines Lebens entstanden über hundert Werke, die auch international grosse Bewunderung erlangten. Westliche Einflüsse und asiatische Traditionen verbanden sich unter seiner stilsicheren Hand zu neuartigen poetisch-dramatischen Szenen. Drei Literaturnobelpreis-Nominierungen und zahlreiche japanische Literaturpreise zeugen von seiner schöpferischen Kraft.

Doch der nach dem zweiten Weltkrieg zunehmende nationalistisch-konservative Tenor seiner Werke und die öffentliche Inszenierung seines Lebens machten Mishima zu einer politisch umstrittenen Erscheinung. 1968 gründet er die Tate no kai (Schildgesellschaft), eine paramilitärische Vereinigung, die hauptsächlich aus jungen, eigene Uniformen tragenden Studenten besteht. Die Tate no kai trat für die Rückkehr zum traditionellen japanischen Kaisertum und dessen Idealen ein.

Am 25.11.1970 sürmt er mit vier Mitgliedern der Tate no kai die Kommandantur des Befehlkreises Ostjapan in Tokio, ruft die Armee zum Putsch für das "wahre Japan" auf und begeht anschliessend rituelles Seppuku (Harakiri).
Zwischen 1973 und 75 erscheinen seine gesammelten Werke in 36 Bänden.

Noch heute wird am 25. November in Japan still seines Andenkens gedacht. Eine dunkle Theorie für dieses relative Schweigen besagt, das die meisten Japaner sich schämen, in sein Antlitz (und damit auch oft in ihr eigenes) zu schauen.

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